Der Bau des Freischwimmbades, unter tatkräftiger Mithilfe der Haller Bevölkerung, in den Jahren 1938 bis 1940, legt den Grundstein für einen später zu gründenden Verein. Unser Schwimmbad, als Teil eines großen Sportzentrums geplant, war der Vorgänger der vielen 50 m Freibäder Tirols. 

 

Nach dem Krieg entfalteten sich im Bad vielfältige Aktivitäten: neben den Schwimmern und Wasserballern seien vor allem die Kunst- und Turmspringer erwähnt, die im damaligen Badeverwalter Karl Dibiasi einen hervorragenden Lehrmeister vorfand und der die Springerschule Tirol gründete. Dibiasi´s Sohn Klaus, der vielfache Olympiasieger und Weltmeister im Turmspringen ist im Haller Freibad geboren. Für den Schwimmclub Innsbruck, das Tivolibad gab es ja noch nicht, war Hall im Sommer bevorzugter Wettkampf- und Trainingsort. Die 1. Österr. Meisterschaften der Schwimmer nach dem Krieg wurden im Jahre 1947 in Hall ausgetragen.

So ist es nicht verwunderlich, dass es am 28.05.1953 zur Gründungsversammlung der Schwimmsektion kam. Bereits in den Jahren zuvor bestand eine lose Schwimmgruppe im Rahmen der Union Alpenrose, die im Jahre 1952 die ersten Haller Stadtmeisterschaften organisierte, eine Einrichtung, die bis heute Bestand hat.

 

Obmann der Union Alpenrose, war Med. Rat Bgm. Dr. Victor Schumacher, der erste Sektionsleiter Dir. Wendelin Rief, Schwimmwart Leo Buchauer und Trainer Hubert Artmann. Wir begannen den Schwimmbetrieb mit drei Erwachsenen und 8 Jugendlichen. Die Mitgliedsbeiträge betrugen für Erwachsene S 18,— und für Jugendliche S 12,— im Jahr. Trainingsmöglichkeiten bestanden von Montag bis Freitag von 17:00 bis 19:30 Uhr, der Eintritt ins Freibad war zum Training frei.

 

Bald gab es die ersten Wettkämpfe und wir wurden bester Tiroler Provinzverein bei den Schwimmern und Wasserballern. Traudl Beinstingl und Stefan Seilern brachten die ersten Tiroler Titel nach Hall.

Im Jahre 1954 übernahm Baumeister Ernst Tuscher die Sektionsleitung. 3 Landesjugendmeistertitel und der Titel im Turmspringen durch Robert Zangerl, dem noch viele folgen sollten, wanderten nach Hall. Bei den Staatsmeisterschaften erkämpfte Zangerl einen ehrenvollen 3. Rang.

 

Bereits 1956 kam das Aus für das eigenständige Schwimmen in Hall. Ein neuer Verein, die Schwimm Union Tirol, war entstanden. Der SCI und Hall wurden darin vereinigt mit der Zielsetzung, ähnlich dem TWV, Gruppen in Tiroler Orten zu gründen. Die Schwimmsektion hat aber interessanterweise während des Zusammenschlusses in der Alpenrose stets weiterbestanden und als Haller Gruppe ein reges Eigenleben gehabt. An den Union Bundeskampfspielen 1956 in Graz nahmen die Gebrüder Kendlbacher, Herbert Niedrist, Erich Haslwanter und Helmut Jünger teil. Insgesamt waren in diesem Jahr bereits 55 Sportler bei uns.

 

Im Jänner 1957 wählt die Schwimmsektion einen neuen Ausschuss. Obmann wird Edi Posch, sein Stellvertreter Hubert Artmann, Zeugwart Erich Haselwanter und Jungwart Herbert Niedrist.

 

Damit taucht erstmals der Name Edi Posch in der Schwimmchronik auf. Posch, der bisher in der Alpenrose als Zeugwart und als Schriftführer tätig war, sollte dann 19 Jahre den Haller Schwimmern vorstehen. Ein untadeliger Funktionär, großer Freund der Jugend, „Mädchen für alles“, ein Mann, der nicht nur uns Hallern, sondern auch als Jugendwart des Landesschwimmverbandes dem Tiroler Sport große Impulse gegeben hat.

 

Die Zeit der Fusion endete im Frühjahr 1961. Die herausragenden Sportler damals waren Hans Kendlbacher, der zu den besten Brustschwimmern Österreichs gehörte und dessen Kurzbahnzeit von 1:14,7 (damals österr. Jahresbestzeit) lange Vereinsrekord bedeutete. Ferner der kürzlich in Pension gegangene Badeverwalter Herbert Niedrist, die Krauler Günther Hechenberger und Gerhard Harb, sowie Heini Kendlbacher. Diese Sportler und die später beim SCI in der Staatsliga spielenden Ernst Scartezzini und Hubert Artmann, dazu noch Heini (Bibi) Haslwanter bildeten die Haller Wasserballmannschaft, die damals über eine beträchtliche Kampfstärke verfügte.

 

Bereits damals hatten die Schwimmer die übrigen Sektionen der Alpenrose überflügelt. Und sind bis heute die größte und stärkste Gruppierung geblieben.

In den darauffolgenden Jahren vollzog sich ein Strukturwandel. Waren es früher zum überwiegenden Teil Lehrlinge, die unseren Sport ausübten, so wurde das Schwimmen zunehmend ein Schüler- und Studentensport. Edi Posch jun., Franz Nock und ich haben diese Entwicklung eingeleitet. Vor allem das Fehlen eines ausgebildeten Trainers war damals ein großes Problem. Wir waren gezwungen, bei den Innsbruckern (TWV und SCI) mitzumachen, einen eigentlichen Betreuer hatten wir allerdings nie. Die Generation danach, Robert Kohler, Heinz Hahndl, Reinhold Köll, Werner Schonger und der Jahrgang 1955 mit Roland Killinger, Klaus Peter Swoboda und Gerhard Steinlechner hatte es da schon leichter. Damals waren Nock, Bader und Posch jun., sowie Chef Edi Posch sen. die einzigen Vereinsfunktionäre.

 

Edi Posch sen´s. Verdienst war es, als Erster in Tirol das Nachwuchsschwimmen stark zu forcieren. Der Erfolg blieb nicht aus. In den Jahren 65/66/67 setzten wir die Maßstäbe im Tiroler Schülerschwimmen. Viele Meistertitel, aber auch einige Medaillen bei den Österr. Nachwuchsmeisterschaften wurden erreicht. Die Haller Schwimm Union, so die neue offizielle Bezeichnung, erlebte einen Höhenflug und Zulauf, der als sensationell zu bezeichnen ist. So hatten wir im Jahre 1966 190 Schwimmer, 139 Mitglieder nahmen an der Stadtmeisterschaft teil und 18 Aktive fuhren zu den Union Bundeskampfspielen nach Wien. Sicherlich kann man das damalige Training nicht mit heutigen Maßstäben messen, viele Kinder stießen nur zu uns, da es eben Mode war, das “Gelb” der Schwimm Union Leibchen war der Schlager im Freibad. Mancher wird sich noch an die Lautsprecherdurchsage erinnern: „Schwimmer und Schwimmerinnen der Union zum Training beim Sprungturm sammeln!“

 

Im Verein haben interessanterweise meist die Burschen den Ton angegeben. Besonders unsere Nachwuchskrauler waren in Österreich Spitze, erinnert sei an Reinhold Köll und Werner Schonger.

Eine Damenmannschaft, sieht man von Einzelerscheinungen ab, gab es damals nicht. Wohl wurde Silvia Freudenschuß im Jahre 1966 Tiroler Meisterin im 100m Brustschwimmen, Annamaria Chesi, Judith Federer und Maria Graber steuerten etliche Klassensiege bei den Nachwuchsmeisterschaften bei, es gelang aber nur selten, die Mädchen länger bei der Stange zu halten.

Immer noch aktiv waren die Springer. Garanten für Meistertitel „Oldboy“ vom Turm Robert Zangerl und vom Brett Helmut Jünger. Dr. Helmut Jünger war auch einige Zeit als Trainer tätig und errang seinen größten Erfolg 1965, als sein Schützling Mac Wallnöfer, österr. Jugendmeister wurde und somit den 1. Österr. Titel für unseren Verein errang.

 

Im Jahre 1970 war es dann endlich soweit: Geheiztes Wasser im Freibad. Leider erfolgte daraus keine Aufwärtsentwicklung des Vereins. Wohl gab es wieder Talente wie Wolfgang Steinlechner und Elisabeth Winkler, die großen Erfolge aber blieben aus.

Besser ging es dann wieder im Jahr 1973. Als Trainer waren damals Frau Traudl Fankhauser (Beinstingl) und Gerhard Steinlechner tätig. Sie hatten eine Einrichtung zur Verfügung, nach der wir uns seit Jahren sehnten. Das Hallenbad bei den Franziskanern war fertig. Zwar nur 12,5 m lang, aber für uns der lang ersehnte Traum. Plötzlich sind auch wieder zahlreiche gute Nachwuchsschwimmer da. Die Geschwister Fankhauser (Barbara, Peter, Jörgi), das Supertalent Harry Rechtberger, sowie Vreni Schebrack, die im Jahr 1973 überraschend Tiroler Meisterin über 200 m Schmetterling der Damen wurde. Die Erscheinung im Haller Schwimmsport der nächsten Jahre wird Barbara Fankhauser, die bei den Damen im Verein neue Maßstäbe setzt und zahlreiche Meistertitel gewinnt.

1975 treten erneut hoffnungsvolle Nachwuchskräfte ins Rampenlicht. Erstmals finden wir in den Ergebnissen die Namen Markus Graber, Stefan Bergmann, Barbara Wagner, Tini Tscherni, Markus Lesjak und Herbert Schild. Mit Toni Kasenbacher übernimmt ein neuer Mann das Training. Die Karriere Stefan Bergmanns, der sich noch als 14 jähriger im 100 m Kraulsprint auf 1:00,48 verbessert, beginnt.

 

1977 stoßen Irene Pidner, Gerhard Bergmann, Gerhard Theis und Markus Plankensteiner zu uns, in Hall hat der Schwimmsport wieder Oberwasser bekommen.

 

In der Zwischenzeit ist die Ära Edi Posch zu Ende gegangen. Nach 19 Jahren, in denen er jede freie Minute dem Schwimmsport und der Jugend widmete, legt Posch den Verein in neue Hände. Obmann wird Daniel Lesjak, Obmannstellvertreter Stefan Bergmann sen., Schriftführer Frau Reinmayr, weiters arbeiten in der neuen Führung Robert Kohler, Bernhard Stecher und Claudia Ablinger mit. Edi Posch wird zum Ehrenobmann ernannt. Vizebürgermeister Dr. Leopold Wagner erhält für seine Verdienste das goldene Ehrenzeichen des Vereins. Der Vereinsname wird durch die Aufnahme der Sponsorentätigkeit der Sparkasse von Haller Schwimm Union (HUS) in Schwimmunion Sparkasse Hall (SUSH) umgewandelt.

 

1978 war ein außergewöhnlich gutes Jahr: Markus Graber gewinnt zwei österr. Schülermeistertitel, die 4 x 200m Kraulstaffel (Bergmann, Graber, Lesjak, Schild) wird Tiroler Meister, auch die Mädchen Tini Tscherni, Barbara Wagner und Barbara Fankhauser verhelfen uns zum 2. Rang in einer Tiroler Wertung. Daniel Lesjak, der neben seiner Tätigkeit als Obmann auch erfolgreich als Trainer arbeitet, tritt dieses Amt im Winter 1978/79 an Robert Kohler ab. Im Jahre 1979 erfolgt eine Neuordnung des Trainingsbetriebes durch die neuen Trainer Peter Gridling und Hansjörg Bader. 

 

Im Landessportheim stehen uns von da an wesentlich mehr Übungsstunden zur Verfügung. Das Training im Freibad ist zeitweise wegen zu kalter Wassertemperaturen nicht möglich, wir übersiedeln kurzzeitig nach Wattens. Im Frühjahr 1981 habe ich von Robert Kohler das Amt des Obmannes übernommen. Ich versuchte, die besten verfügbaren Kräfte um mich zu scharen und den Ausschuss zu verbreitern. 

Die Projekte Vereinsheimbau und Buskauf konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Der finanzielle Rahmen wurde durch das Finden neuer Sponsoren und durch eigene Initiativen wesentlich erweitert. Seit 1982 veranstalten wir ein Sommernachtsfest und haben versucht, ein internationales Frühjahrsmeeting in Hall zu etablieren. Im Freibad haben wir 1983 und 1984 die Tiroler Meisterschaften ausgetragen und organisatorisches Können bewiesen. Unser Mitgliederstand (aktiv und unterstützend) konnte auf 200 angehoben werden. Es herrschte zeitweise dolle Aufbruchstimmung, Eltern, Schwimmer, Trainer, Ausschuss -- ein verschworener Haufen. Vieles, was damals begonnen wurde, lebt heute noch – Sommernachtsfest, Vereinsmeisterschaft, Nikolofeier – manches ist vergessen, eigener Ball in Schönegg (einmal sogar im Kurhaus), zusammenschmiedende Trainingslager mit Eigenverpflegung, enge Kontakte mit unseren Schwimmfreunden in Debrecen /Ungarn. Auch sportlich gesehen wollten wir nach oben. Nicht nur unser Aushängeschild Stefan Bermann sorgte für Titel. Barbara Eliskases gewann zwei mal bei den österr. Jahrgangsmeisterschaften, Medaillen auf Bundesebene auch für Gerd Luxbauer und Armin Staudigl. Bei den Damen finden wir Anschluss: erinnert sei an die Geschwister Rachbauer, Nadja Staudigl, Martina Kienpointner, Andrea Luxbauer und Lisi Bair.

Sehr kampfstark unsere Herren, die zwar mit Ausnahme Stefan Bergmanns keine herausragenden Einzelsportler waren, aber über ein insgesamt hohes Niveau verfügten. Neben den schon Genannten fallen mir ein: Herbert Schild, Markus Plankensteiner, Gerhard Habtmann, Andi Stutter, Jens Wilke, Gerhard Bergmann und unsere 3 aus Mils Stefan und Peter Hösle sowie Dieter Sofka. Erfolgsgaranten damals ein engagiertes Trainerteam: An der Spitze Peter Gridling, dynamisch und nimmermüde und später auch Stefan Bergmann. Diese Leistungen wären nicht möglich gewesen ohne den großen Einsatz meiner Mitarbeiter, hier sei an die leider früh verstorbenen Stefan Bergmann sen., Klaus Wilke , Adi Rachbauer aber auch an die heute noch tätigen Bernhard Stecher, Werner Staudigl sowie an Gerda Messner erinnert. Nach gut 7 Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit übergab ich mein Amt an Manfred Kirchmair. Dieser wiederum blieb nicht lange an der Spitze unseres Vereines und so begann im Herbst 1989 die Ära Bernhard Stecher. Ursprünglich nur für ein halbes Jahr vorgesehen bleibt Stecher Obmann bis 1997. Waren die achtziger Jahre geprägt durch mannschaftliche Geschlossenheit, so dominieren nun die einzelnen Athleten, und Haller Schwimmer können unglaubliche Erfolge erringen. Ein besonderer Meilenstein wurde 1989 gesetzt, das erste Haller Mastersmeeting wurde durchgeführt, eine Veranstaltung, die mittlerweile zu Halls bedeutendsten Sportveranstaltung wurde und heuer zum 14. Male ausgetragen wird. Sensationelle Erfolge 1990, Florian Mihalits wird Staatsmeister über 400m Lagen, Marco Ebenbichler schafft das Limit für die Jugend EM. Monika Messners Karriere in der allgemeinen Klasse beginnt, sie wird über viele Jahre Tirols erfolgreichste Schwimmerin.1992 werden wir bei den Herren Tiroler Mannschaftsmeister und im Finale in Spital a.d.Drau 6. beste Mannschaft Österreichs. Das Freibad wird mit Wettkampfleinen aufgerüstet.

 

1993 ein weiteres Highlight: in Innsbruck veranstalten wir die österr. Jahrgangswettkämpfe.

Helmut Krepper und Dominik Ebenbichler feiern einen Doppelsieg über die 100m Rückenstrecke, Krepper wird mit 4 Titeln zum erfolgreichsten Teilnehmer der Meisterschaften, einem großen Erfolg für seine Trainerin Dagmar Ebenbichler. Zwischenzeitlich reißt die Übersiedlung des fertigen Juristen Peter Gridling nach Wien eine große Lücke, ihm folgen als sportliche Leiter Andi Messner und 1994 Dagmar Ebenbichler nach. Zwar stets im Schatten der Stars aber nicht unerwähnt sollen bleiben: Julia Sams, ein Jahrhunderttalent, die Thaurer Mädchen Carmen und Barbara Thurnbichler sowie Maria und Lisi Hochenegger. Als maßgebliche Funktionäre waren damals neben Bernhard Stecher und Dagmar Ebenbichler tätig: Obmann Stellvertreter Hans Tusch, Schriftführer Margit Hochenegger, Kassier Werner Kurz, Masterswart Gerda Messner. Große Aktivitäten entfalten die Seniorenschwimmer, Busausflüge nach Florenz und Prag fördern die Zusammengehörigkeit, erste internationale Erfolge stellen sich ein und 1996 eine Sternstunde, bei der WM in Sheffield/England werden Hans Morscher und Fritz Rainer ganz überraschend Weltmeister. Die letzten Jahre des alten Jahrtausends waren geprägt von großen Einzelkönnern . Marco Ebenbichler ließ bei vereinzelten Starts seine Klasse aufblitzen. Sein Bruder Dominik konnte sich in der österr. Spitze im Rückenschwimmen etablieren. Er geht in die Annalen des Tiroler Schwimmsportes ein, gelang ihm doch bislang als erstem und einzigem Tiroler, die 100m Rückenstrecke unter der Minutengrenze zurückzulegen. Nadine Hainz wird eine würdige Nachfolgerin von Serienmeisterin Monika Messner und einige Jahre Tirols beste Schwimmerin, der auch Finalplätze bei den Österreichischen gelangen. Anlass zu Sorge aber gab das weitgehende Fehlen geeigneten Nachwuchses. Wir waren nicht mehr in der Lage Staffeln zu stellen, so ist es nicht verwunderlich, dass die hoch veranlagten Burschen Sebastian Tusch und Thomas Kurz ihr Potential nicht ausschöpfen konnten. Auch in der Vereinsführung gab es große Umbrüche. Bernhard Stecher, der eigentlich nur kurze Zeit Obmann sein wollte, übergab nach beinahe 10 Jahren sein Amt an seinen Namensvetter Wolfi Stecher. (Zum Glück sind beide Stecher, Bernhard und Wolfi, dem Verein in anderen Funktionen erhalten geblieben). Als sportlicher Leiter löste Dieter Sofka Dagmar Ebenbichler ab.

 

Nach einigem Drängen entschloss sich dann der Schreiber dieser Zeilen, Ende 2000 auf den Obmannposten zurückzukehren. Nachdem ich 12 Jahre die Funktion eines Landesschwimmwartes bekleidete, kein leichter Entschluss. Als vordringlichste Aufgabe habe ich es angesehen, die Funktionärbasis zu stärken. Ein Vorhaben, das sicher gelungen ist. Heute verfügen wir über einen tatkräftigen Ausschuss, eine gute Mischung zwischen Frauen und Männern, zwischen jungen und erfahrenen Funktionären. Mit dem Einstieg der STADTWERKE HALL als Hauptsponsor war es möglich, eine finanzielle Basis für eine weitere gedeihliche Arbeit zu legen. Seit heuer sind wir ein eigenständiger Verein, mit unserem Stammclub, der Union Hall, nur mehr durch ein loses Band verbunden. Ein neuer Bus wurde gekauft, einige uns wohlgesonnene Firmen ermöglichten diese Investition. Sportlich sind wir – zumindest was die allgemeine Klasse betrifft – in einer Talsohle. Dagegen kann es nur ein Rezept geben: Forcieren des eigenen Nachwuchses. Dieses Ziel scheint – was die Mädchen betrifft – aufzugehen.

 

Unsere Michi Krabacher konnte im vergangenen Jahr im 100m Kraulsprint erstmals die Minutengrenze durchbrechen. Aus der Vielzahl talentierter junger Mädchen ragt Caroline Reitshammer heraus, deren österr. Schülerrekord über 100m Brust in 1:17,46, zu großen Hoffnungen Anlass gibt. Für die österr. Kindermannschaftmeisterschaften heuer im Freibad haben wir uns mit den Mädchen große Ziele gesetzt.

Hier schließt sich der Kreis. Aus den bescheidenen Anfängen ist es gelungen, in einem halben Jahrhundert einen respektablen Verein zu formen. Viele Erfolge aber auch manche Enttäuschungen hat es gegeben. Die Überzeugung für viele Menschen – insbesondere Kinder – unserer Stadt gute Arbeit geleistet zu haben, vereint. Es wird langfristig einen leistungsfähigen Schwimmbetrieb in Hall nur dann geben, wenn „Waffengleichheit“ herrscht. Wenn die einmalige historische Chance durch den Umbau des Gymnasiums genützt wird und wir ein Hallenbad erhalten. Damit man auch bei späteren Jubiläen sagen kann: Es war eine schöne Zeit bei der Schwimm Union!

 

Hall, im Mai 2003 Hansjörg Bader, Obmann